1. Advent

1. Advent für Katzen, Kater und Andere

Zwischenablage03 Also, dann erzählen wir mal.

Die schönsten Geschichten fingen früher immer gleich an:

„Es war einmal …“ und das Ende der Geschichte war auch immer vorbestimmt „… und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ oder so ähnlich.

Mit dem Sterben ist das so eine Geschichte, da könnte ich aus persönlicher Katererfahrung einiges erzählen, aber wir wissen, vor dem Tod ist das Leben und ein alter Kater kann etliche Geschichten aus seinem Leben zum Besten geben.

Für die, die immer noch meinen, um mich trauern zu müssen, eine Trauerwoche ist für uns Katzen genug und jetzt haben wir Advent,

den 1. Advent und das soll uns wieder Hoffnung machen.

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Hoffnung ist eine gute Sache, gehört zur heiligen Dreieinigkeit: Glaube, Liebe, Hoffnung. In dieser Welt, in dieser Zeit, brauchen wir ganz viel Hoffnung.

Ich habe da vor einiger Zeit von einer abgedrehten Geschichte gehört, mit dem Titel „Per Anhalter durch die Galaxis“ und da wird die These verbreitet, dass die erfolgreichste Spezies die Ratten sind. Da mag was Wahres dran sein und ob die Welt, das Universum, von Ratten erschaffen oder in Auftrag gegeben wurde, möglich wäre es schon. Aber da kann ich euch ein kleines Geheimnis verraten, die Ratten sind ganz schön clever und erfolgreich, nur wer kontrolliert sie? Klar, ihr ahnt es, wir Katzen kontrollieren die Nager. Manche sagen, das wäre wieder eine von den vielen Verschwörungstheorien, nur, wenn es keine Verschwörungstheorien gäbe, man müsste sie glatt erfinden. So wie man auch behaupten könnte, die Adventszeit sei nur eine Erfindung der Kaufleute, damit wir für Weihnachten viele Geschenke kaufen und damit die Konjunktur ankurbeln können.

Jedenfalls, eine Welt, in der die Katzen auch etwas zu sagen haben, kann nicht die Schlechteste sein. Wir sorgen dafür, dass alles seinen geordneten Gang geht und die Dinge nicht schlimmer werden, als sie an sich schon sind. Es sieht immer so aus, als ob wir Katzen den ganzen Tag schlafen würden, aber falsch, tatsächlich sind wir immer am meditieren und lenken dabei gemeinsam die Geschicke der Welt.

Ab und zu fangen wir zur Ablenkung und Entspannung ein Mäuschen,Zwischenablage05 aber unsere Hauptaufgabe bleibt, die Welt zu verbessern. Überall wo es glückliche Katzen gibt, ist die Welt schon ein kleines bisschen besser, aber es gibt noch viel zu tun.

Viele behaupten, mit Geschichten erzählen kann man, die Welt nicht verändern. Das kann man auch anders sehen, Geschichten gibt es, seit es Menschen gibt und wir Katzen tragen immer mit dazu bei, dass es was zu erzählen gibt. Schon im alten Ägypten hatten wir Katzen eine göttliche Funktion und glaubt mir, die alten Ägypter waren mit ihrem Leben, ihrem Pharao und ihren Katzen sehr zufrieden. Und als dann der Mann Mose mit den Juden aus Ägypten auszog, da kamen auch einige Katzen mit, nicht nur wegen der Ratten, auch wenn es in der Überlieferung nicht so ausdrücklich steht. Wir Katzen als Kulturbegleiter beherrschen die Kunst unauffällig überall mit dabei zu sein, wo Geschichte gemacht wird. Schöne Geschichten stehen in interessanten Büchern, so zum Beispiel die Weihnachtsgeschichte, im Buch der Bücher, die uns in der Erwartung einer Prophezeiung Hoffnung geben soll. In der Adventszeit sind wir in der Erwartung der Verheißung, besinnen uns auf das Geschehene und hoffen auf das Kommende.

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Die Natur hilft uns dabei, die Tage werden kürzer und an den langen Abenden wünschen wir uns, im Warmen zu sitzen, Zeit für Gedanken und Geschichten zu haben und zu uns zu finden.

In diesem Sinne wünsche ich besinnliche Tage und dass es allen Wesen wohl ergehe.

Kater Itchy

auf seiner Lieblingsliege

TOTENSONNTAG

Unser Itchy ist am Sonnabend, dem 24.11.2012 für immer eingeschlafen –

Nachruf auf Itchy Garibaldi, Fredersdorf, † 24.11.2012

Nun ist er nicht mehr.

Beinahe so unauffällig wie er gekommen war, ist er wieder aus unserem Leben gegangen. Die Rede ist von Itchy, dem alten Kater, der uns seit mehr als vier Jahren im Garten mit seiner Anwesenheit beehrte und einfach dazu gehörte. Am Totensonntag 2012 haben wir ihn in einer Holzkiste der Erde zurückgegeben. Wir wussten schon länger, dass es ihm nicht gut geht, der Besuch beim Tierarzt, nach der Zahnoperation, ergab schlechte Nieren-, Harnstoff- und Blutzuckerwerte. Brav hat der Kater danach sein Diätfutter gefressen, aber so richtig hat er sich nicht mehr erholt. In der letzten Woche fraß er immer weniger und auch das ersatzweise angebotene frisch gekochte Huhn und frisches Fleisch änderte nichts mehr. Am Freitagabend ging es ihm gar nicht gut, er war sehr wacklig auf den Beinen. Am Samstagmorgen machte er bei Nachbar Mamel auf sich aufmerksam und konnte ins Haus. Dort ist er dann für immer eingeschlafen.

In den vergangenen Jahre haben wir uns sehr an ihn gewöhnt. Ob Sommer oder Winter, Itchy war jeden Tag im Garten und wartete auf uns. Im Herbst 2008 hatte das seinen Anfang genommen, er saß verletzt vor der Hütte und ließ sich einfangen. Wir brachten ihn ins Tierheim Berlin, dort wurde ihm unbürokratisch geholfen und nach der Genesung, einige Wochen später, konnten wir ihn abholen und wieder in sein altes Revier bringen. Von da an gehörte er dazu, wurde täglich mit Futter versorgt. An der Stelle ein ganz dickes Lob an Baumi, der jahrelang, bei Wind und Wetter, zu allen Jahreszeiten, zuverlässig wie ein Uhrwerk für Itchy da war, ihn mit Futter und Streicheleinheiten versorgte und nur frei hatte, wenn wir am Wochenende und im Urlaub auf dem Grundstück waren.

Man weiß nicht, woher Itchy kam, seit wann er unsichtbarer Untermieter bei uns war. Zu Beginn konnte man nur vermuten, dass es ihn gab, er war nur als Schatten wahrnehmbar. Manchmal kam er nachts, im warmen Sommer, fast unbemerkt wie im Traum, durch das offene Fenster in die Laube, um sich am Futternapf von unserem Wohnungskater Bibo zu bedienen. Wir konnten nur erahnen, dass es eine unsichtbare Wildkatze gab, die von unserem Stubentiger immer wieder verscheucht wurde. Die Beiden wurden nie gute Freunde, aber Itchy hat sich durchgesetzt, da konnte Bibo fauchen wie er wollte, der Neue hatte Bleiberecht, die beiden mussten sich das Grundstück teilen und gingen sich, so weit es ging, aus dem Weg.

Mit der Zeit wurde Itchy, den wir anfangs, als unbekannten Wildkater, Garibaldi nannten, immer zutraulicher und friedfertiger. Bei der guten Versorgungslage wurde er auch bald runder und ruhiger, man konnte ihn auch ohne Übertreibung „mein Dicker“ nennen. Doch er war immer noch sportlich genug, um auch mal eine Ratte zu fangen und als Präsent vor die Tür zu legen. Er war mutig und ein großer Kämpfer, wenn es sein musste, konnte er auch einen großen Hund einschüchtern. Wenn es ihm so gut ging, hatte er auch nichts dagegen, dass sich Vögel und Igel an seinem Futternapf versorgten. Auf seine alten Katzentage konnte er die Gewissheit haben, nicht mehr hungern zu müssen.

Im Sommer ging es ihm meistens sehr gut, aber in der kalten Jahreszeit hatte er es um so schwerer. Auch wenn er inzwischen seinen eigenen Wohnwagen mit Katzenklappe hatte, es konnte im Winter sehr kalt werden und wir machten uns oft Sorgen um ihn. Aber Itchy hatte Talent und Charme, er schaffte es, von den Gartennachbarn im neu gebauten Haus zusätzlich versorgt zu werden. Das Katzenglück dieser Welt muss nahezu perfekt gewesen sein, wenn er die moderne Errungenschaft einer Fußbodenheizung auskosten konnte.

Wir werden ihn vermissen, nach dem Grillen hatten wir immer Spaß, wenn es hieß „Itchy komm, wir machen Männer wegbringen“ und er wie ein braver Hund mit bis zum Gartentor kam und die Gäste verabschiedete. Er wusste, was sich gehört, hatte Stil und wir haben dazu gelernt und wissen dank seiner nun auch um den Unterschied: Hunde haben ein Herrchen, Katzen haben Personal.

Er hat sich angeboten, wir durften Gutes tun und er hat es gedankt, hat uns immer Freude gemacht, war unser guter Geist und ohne ihn fehlt etwas, ist Leere und Trauer, unglaublich, was so ein kleines Tier bewirken kann.

Es passt zur Jahreszeit, sein Timing für den Abschied war perfekt und schon jetzt weiß ich, dass im Frühling, wenn wieder die Gartensaison beginnt und wir das Tor aufmachen, kein Itchy auf uns wartet, uns anmautzt und lange Katzengeschichten erzählt. Wir werden noch oft von ihm erzählen und noch öfter an ihn denken. Vielleicht stimmt es und tröstet uns, er ist unsterblich, solange wir uns an ihn erinnern.

und am Totensonntag haben wir ihn ins Grab gelegt.

Garibaldi three

Garibaldi wieder frei und gesund

die Augenoperation ist gut überstanden, der Katzenschnupfen kuriert und einen guten Appetit hat er auch

. . . übrigens, man nennt ihn jetzt auch ITCHY

Garibaldi Two

Hife für verletzten Kater

Dem armen Kater muss geholfen werden. Das verletzte Auge wird nicht besser.

Um ihn zu fangen holen wir vom Tierheim eine Futterfalle.

In den Käfig legen wir frisches Fleisch als Köder und dann heisst es warten . . .

. . . bis der kranke Kater gefangen ist.

Im Tierheim Berlin wird das Tier vom Arzt fürsorglich untersucht, das Auge gesäubert und versorgt. Am nächsten Tag erfahren wir per Telefon, das Auge muss operiert werden, wenn in zehn Tagen die Fäden gezogen werden und bis dahin keine Komplikationen auftreten, dann können wir Garibaldi abholen und in sein altes Revier zurück bringen.

Wir danken dem Tierschutzverein Berlin für die schnelle und unkomplizierte Hilfe. Mit einer Spende werden wir diese aktive Tierliebe unterstützen.

Aktion Garibaldi

Auch Freiheitskämpfer brauchen eine Auszeit!

Wer ist Garibaldi?

Ein italienscher Freiheitskämpfer, der es in schweren Zeiten auch nicht immer leicht hatte – und Namenspatron für einen streunenden, unkastrierten Kater in Fredersdorf bei Berlin. Garibaldi, der Name hat lautmalerisch Klang, hat was vom Comic-Kater-Garfield und man kann auch assozieren ein „gar garstig Kater“. Keiner mochte ihn besonders, er war sehr scheu, sah auch nicht umwerfend aus, war kurzbeinig, krummbeinig, nicht sehr gepflegt, hatte immer Hunger und wurde viel gescheucht, aber er war unabhängig, er kam und ging, wann er wollte und mußte sich immer durchsetzen. Wie man sich vorstellen kann, geht das nicht immer ohne Plessuren ab und als man ihn das letzte mal sah, sah er überhaupt nicht gut aus. Er humpelte, eigentlich ging er nur noch auf drei Pfoten, aber besonders schlimm hatte es ihn am Auge erwischt.

Und von alleine wird das auch nicht besser. Im Gegenteil, nach drei Tagen war das Auge ganz zu und ein einäugiger Kater ist auch keine Attraktion. Und das in einer Zeit, wo die Katzen der Umgebung rollig sind und die Konkurrenz unter den vierbeinigen Bewerbern besonders hart ist. Was kann man da tun?